Transparenz und Piratssphäre

[Angenommen, nur mal angenommen, ich bin genervt. Also ich meine RICHTIG genervt. Genervt über das immer wiederkehrende Gerede von mangelnder Transparenz in Bezug auf die Piratinnen-Mailingliste. Und ich würde mich hinsetzen, meiner Genervtheit mal richtig Raum geben und darüber einen Blogbeitrag schreiben wollen. Was würde ich wohl schreiben? Erst einmal bräuchte ich eine Überschrift.]

„Das leidige Thema Transparenz und warum die Piratinnen damit gar nicht im Widerspruch stehen“

[Gut, das war jetzt nicht die beste Überschrift, die ich mir je ausgedacht habe … hört sich eher wie ein Arbeitstitel an. Aber das spielt bei meiner genervten Laune eine geringere Rolle. Das bleibt jetzt so. Und wie würde ich den Artikel am besten eröffnen, um meine Laune gleich mal deutlich zu machen? Vielleicht so?:]

„Man mag ja gut oder schlecht finden, dass ich im Rahmen der Gründung der Piratinnen-Mailingliste eine Pressemitteilung verschickt habe.“

[So! Das musste erst mal raus. Erwähnte ich, dass ich genervt bin? … und dann geht’s im gleichen Tonfall weiter:]

„Was mir aber tierisch auf die Nerven geht ist die leidige Diskussion um das ‚Ausschließen von Leuten‘ und die ‚fehlende Transparenz‘ und dass das ja ‚ungeheuer diskriminierend sei‘.“ Deswegen erklär ich das hiermit jetzt noch einmal anders:

Frauen in der Netzpolitik: Workshop in Hattingen

So! Nun ist es offiziell.
Am ersten Juniwochenende werde ich ein Seminar zum Thema „Frauen in der Netzpolitik“ in Hattingen veranstalten und freue mich natürlich über rege Beteiligung.
Genauere Infos gibts unter www.frauenim.net
Die Anmeldung läuft über den FoeBuD, dem mensch bei der Gelegenheit ja auch gleich mal ne Kleinigkeit spenden kann, wenn mensch will.
Ich freue mich über Anmeldungen und Rückmeldungen.

Die Masche der Mobilfunkverträge: geflissentlich verwirren

Die ganze Zeit habe ich mich geweigert, mir einen dieser tollen Handyverträge mit „Internet“ zu holen. Dabei habe ich mit siedendem Neid auf die Menschen geschaut, die sich schon lange so etwas zugelegt hatten und von überall aus Zugriff auf das Netz haben. Das habe ich mir aber nicht anmerken lassen, sondern ihnen lieber erklärt, warum ich das politisch ablehne. Denn schließlich verbieten die meisten dieser Verträge den Zugriff auf bestimmte Dienste wie Voice over IP und Chatseiten. Und das bedeutet für mich den Anfang vom Ende der Netzneutralität. Denn wenn wir uns erst einmal auf diesem Markt darauf eingelassen haben, dass bestimmte Dienste nicht erreichbar sind, dann sind wir auf direktem Wege hier hin. Und das verdient eigentlich nicht Internet genannt zu werden. Deswegen auch oben die Anführungsstriche. Aber darüber wollte ich hier eigentlich gar nicht schreiben.

Sie haben mich jedenfalls jetzt weich gekocht und ich habe mich nun auf die Suche nach einem neuen Handytarif und einem schönen passenden Handy dazu gemacht. Und dabei ist mir aufgefallen, dass das ein Dschungel ist, in dem sich auch die gesottendste Dschungelkämpferin nicht zurecht finden kann.

Microsoft goes kindergarten

I just visited a german kindergarten that has a concept to educate young children in computer skills.
On the one hand I was very happy to see how both, boys and girls, learn how to work with computers and are tutored by women (which is good for the gender aspect). On the other hand I watched these children work with Microsoft software and being instructed how to work with Windows.
Sponsored by the German Federal Ministry of Education and Families and in cooperation with the Cornelsen Verlag, a big publishing house for schoolbooks, Microsoft places its software called Schlaumäuse directly into german kindergartens.
The kindergarten teachers are very happy about this program because it really gives them a good peace of software that they can easily work with. (I have to confess: in comparison to other Microsoft products it is really good.) The program comes for free (only for kindergartens, of course) with a good manual and a monthly magazine and there is also merch available like stickers and stuffed animals.
It is good work of advertisement and it is no wonder, that kindergarten teachers appreciate the offer. Especially since they are not aware, that there are already free alternatives available.
Still the Schlaumäuse are quite good work. They are orientated towards linguistic support and autonomy without overburdening the children. A lot of different games have been put together in one environment and if you earned enough cheese-points within the learning-games your award is to play the most fun game (basically an easier version of pacman).
The kindergarten teacher I spoke to was very pleased with the program. But she was also very interested in Free Software and in my objection that this is very early advertisement on the most subtle level. Still I was not able to recommend her an equivalent free alternative.
I’ve already tried some software like Kturtle and Sugar and other small applications but non of those offered such a fully-fledged learning platform like Schlaumäuse.
We definitely need something that offers a full learning platform and comes with a good handbook and leaflets etc.
Otherwise Microsoft will succeed advertising its products in the very early years of our children.
Our challenge is now to compete with this and to bring our alternative to the kindergartens and primary schools.
I would do the latter, who is in for the first?

Brief an die „Alt-Revoluzzer“

Dieser Brief ist an alle Menschen gerichtet, die sich gemeint fühlen. Das sind wohl in erster Linie die, die sich selbst als „Alt-Revoluzzer“ verstehen, oder von anderen als solche verstanden werden. Wenn dir jemand diese Seite empfohlen hat, dann würde er dir wohl einen ähnlichen Brief schreiben und tut es auf diesem Wege indirekt. Wenn dir dieser Brief gefällt, fühle dich frei, ihn auch an andere weiterzuleiten.

Liebe Alt-Revoluzzer,

Freundliches Feuer von indymedia

Auf der letzten Freiheit statt Angst Demo hat es Übergriffe seitens der Polizei gegenüber Demonstranten geben. Das so etwas passiert ist für mich nichts neues. Netterweise gibt es endlich mal ein Video davon und wir haben einen Beweis für etwas, was schon viele in meinem Umfeld, mich eingeschlossen, erlebt haben. (Sonst hauen die -meiner Erfahrung nach- meistens die Kameraträger als erste um. Da haben sie wohl nicht aufgepasst. Oder die Technikaffinität des Demonstrationsvolks unterschätzt.)
Die Jungpiraten Berlin haben daraufhin zu Montag zu einer Mahnwache aufgerufen und es sind auch einige gekommen. (Ich möchte dazu sagen, dass das die überhaupt erste Veranstaltung war, die die Jungpiraten geschmissen haben, wofür sie einen knappen Tag Zeit hatten.)
Nun gibt es auf indymedia.org (eine Seite, von der ich viel halte) einen Kommentar dazu, den ich gerne kommentieren möchte:

FSFE invites german citizens to ask their deputies about Free Software

FSFE (and especially I) started a little campaign to bug our deputies a little in the final stage on the hustings. On the Fellowship-Wiki we invite german citizens to write to their deputies with the help of Abgeordnetenwatch and ask questions about Free Software.
The Idea is, that the deputies not only get aware, that people have an interest in supporting Free Software, they also have to learn a little about Free Software if they want to be able to answer propperly. Or maybe they hear about that for the first time and have to look it up at Wikipedia.
However, our deputies are not often so keen to show that they are listening to the citizens and care about their interests. So we should really take the opportunity to get noticed and all ask about Free Software. The more people join, the bigger effect we’ll have.
Visit the Fellowship-Wiki to take part and get informed about what our deputies have to say about Free Software!

Die wahre Prioritätensetzung der Union.

Dass die Petition jetzt über 130 000 Unterschriften hat und damit die bisher größte Onlinepetition geworden ist, ist ja ein echter Erfolg und zeigt, wie unerwünscht das Gesetz zur Internetsperrung ist. Dass Ursula von der Leyen wo sie geht und steht von Zensursulaplakaten begleitet wird irgendwie auch. Mittlerweile hat es sich die SPD auch total versaut, weil sie bei ihrem Parteitag das Thema nicht behandelt hat, „da die Diskussion medial unerwünscht ist„. Die passende Demo gibt es auch schon wobei die Hoffnung, als Volk in der Herrschaft des Volkes noch was zu sagen zu haben immer weiter verblasst.
So schwanken wir hin und her zwischen Erfolg und dem endgültigen Glaubensverlust an demokratische Prozesse und merken kaum mehr, wenn die CDU in einer Presseerklärung so was hier raus haut:

Unter Berufung auf eine angebliche Internetzensur durch den Staat wollten die Linksaußen in der SPD durchsetzen, dass das Internet zum rechtsfreien Raum wird. Die SPD wäre dadurch Gefahr gelaufen, Straftaten im Internet Vorschub zu leisten, von der Vergewaltigung und Erniedrigung kleiner Kinder bis hin zu Urheberrechtsverletzungen in breitestem Ausmaß gegenüber Künstlern und Kreativen.

Seminar zum Bildungsstreik in Potsdam: Netzpolitik und (Freie) Software als emanzipatorisches Thema

Am Dienstag, 16.6.09 um 10.00 Uhr gebe ich im Rahmen des Bildungsstreiks. Treffpunkt ist das Café Eselsohr am Campus Griebnitzsee an der Uni Potsdam.
Würde mich freuen, wenn es der eine oder die andere einrichten könnte zu kommen. Und darum wird es gehen:

Netzpolitik und (Freie) Software als emanzipatorisches Thema

Software und das Internet werden in unseren Leben immer wichtiger und kontrollieren bzw. koordinieren einen immer größer werdenden Lebensbereich. So wie vor 30 Jahren die Umweltpolitik darum kämpfte ernst genommen zu werden, ist es heute die Netzpolitik, die um Aufmerksamkeit kämpft.
Wer Software bedienen kann, hat große Vorteile, hat Macht; wer sie herstellen und kontrollieren kann, noch mehr. (Dafür muss man sich nicht die Trojaner und Viren ansehen, die im Internet kursieren. Es reicht sich vor Augen zu führen, wie groß beispielsweise die Zeitersparnis ist, die eine gute Literaturverwaltung bei der Abschlussarbeit bringt. Zeit, die man in den Inhalt der Arbeit stecken kann und somit zum Vorteil wird.) Wer Software kontrolliert, die Millionen Menschen benutzen, hat Macht, die meistens von keinem demokratischen Mechanismus kontrolliert wird. Wer von Technik (in diesem Fall Software) abhängig ist, die er/sie nicht bedienen kann begibt sich in Abhängigkeit von denen, die es können. Gerade deshalb ist es so verwunderlich, warum die meisten Frauen auf eine Beteiligung an dieser „Macht“ gar nicht so viel Wert legen.
Dabei kann die Netzpolitik-Bewegung die weibliche Partizipation sehr gut gebrauchen und wirbt auch darum. Die Freie-Software-Bewegung hat gezeigt, dass es sich um eine hochpolitische Thematik handelt, die Frauen auch fernab von Technik, auf politischer Ebene ansprechen kann.
Im Seminar soll erörtert werden, weshalb die Beteiligung der Frauen an Computerthemen, besonders auch aus emanzipatorischer Sicht, so wichtig ist, welche Beiträge Frauen in der Netzpolitik leisten und auf welche Wege Frauen für das Thema gewonnen werden können.
Termin: Dienstag, 10.00 Uhr Treffpunkt Café Eselsohr, Griebnitzsee

Filmtip: Home

Ein wirklich sehr sehr sehr empfehlenswerter Film: Home von Yann Arthus-Bertrand

Es handelt sich um einen Dokumentarfilm mit atemberaubend schönen Bildern (also möglichst in guter Qualität ansehen) von unserem Planeten und einer wirklich guten Erklärung darüber wie er sich entwickelt hat und wir ihn verändern und was wir damit anrichten.
Nicht polemisch, nicht manipulativ, schlicht und dennoch (oder geade deshalb?) sehr überzeugend, lehrreich und beeindruckend.
Seht ihn euch an und ihr werdet ihn auch weiterempfehlen.