Standing on the Shoulders of Free Culture

This is a crosspost of an article that I wrote for Commons Machinery:

In her earlier post, Antje Käske mentioned that „intellectual creations are never the sole creation of one individual.“ I would go even further, stating that you can not claim ownership on intellectual goods at all. Why is that? The answer lies in the origin of an idea. If I was inspired by someone else, how do I determine which part of the idea is mine?

This makes more sense with an example. Let’s choose a simple one: I am hungry. My friend comes in, eating some fries. They smell delicious and I decide to get some for me too. So whose idea was it to get some fries? Since my friend had the idea (for herself) first, it seems obvious that it was her idea. On the other hand, I have been hungry a long time and fries did enter my mind as a possible solution. Also she did not think of bringing some fries for me otherwise she might have called to find out if I wanted some. The idea to get fries for me was clearly mine. But it was very much inspired by her. And she could easily say „Hey! You got fries for yourself. You copied me.“ That is partially true! Under these circumstances, it is not possible to define who owns which part of the idea to get me some fries.

Freiheit statt Angst – Es geht ums Ganze.

Heute möchte ich die Menschen außerhalb meiner Blase erreichen. Da das über mein Blog nicht so gut geht, habe ich untigen Text an diese Menschen meines Umfelds geschrieben (als Brief), die ich sonst nicht so gut erreiche. Hier steht er primär, um euch zu inspirieren, auch außerhalb eurer Bubble zu werben. (Wie alle meine Texte steht auch dieser unter CC-Lizenz ;)

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich schreibe euch, weil ich Angst habe. Angst vor dem Verlust von Individualität und Freiheit. Und Angst davor, mein Urteilsvermögen zu verlieren. Seit Wochen hören wir eine Hammermeldung nach der anderen. Über die systematische Vollerfassung all unserer Kommunikationsvorgänge. Was bis vor kurzem als Verschwörungstheorie galt, ist nun traurige Gewissheit. Und wieder einmal frage ich mich, warum es niemanden zu interessieren scheint. Das Thema ist nicht so gut greifbar und verständlich, doch wir wissen: Wer viel über andere Menschen weiß, kann sie manipulieren und kontrollieren.
Seit ich nicht mehr weiß, was ich denken soll, erwische ich mich immer häufiger dabei, meine eigenen Verschwörungstheorien zu spinnen. Plötzlich begegnet mir überall der Verdacht, dass auch dort manipuliert wurde und dass ich auch hier nur an der Nase herum geführt werde. Und je mehr Nachrichten von unmöglichsten Rechtsverstößen ans Licht kommen, umso glaubwürdiger werden diese Befürchtungen für mich. Nein, ich leide nicht unter Verfolgungswahn. Ich werde tatsächlich verfolgt. All meine Handlungen im Internet werden von einer nicht fassbaren Instanz verfolgt. Aber mehr weiß ich nicht. Während diese nicht greifbaren Personen alles über mich erfahren, werde ich im absoluten Unwissen gehalten.
Genau deshalb ist Überwachung so gefährlich für die Demokratie. Wie sollen wir noch „Souverän“ sein, wenn wir nicht mehr wissen, worauf wir uns verlassen können?
Überwachung macht uns krank im Kopf. Die uneinschätzbare Kontrolle macht uns kaputt. Was wir jetzt erleben, ist nur der Anfang.

Kollateralschäden des Urheberrechts

Wieder und wieder hören und lesen wir es: Das Urheberrecht muss reformiert werden. Das geben mittlerweile sogar die oft als verstaubt angesehenen Konservativen zu. Komischerweise hält sich jedoch das Vorurteil hartnäckig, dass eine Reformation des Urheberrechts mit dessen Abschaffung gleichzusetzen sei. Das fordern natürlich nur die wenigsten, funktioniert jedoch immernoch als stärkstes Gegenargument: „Aber die Urheber müssen doch auch für ihre Arbeit entlohnt werden!
Meist ist die Antwort auf dieses flache Argument, dass es ja gerade auch um den Schutz der Urheberinnen geht und dass Kultur davon lebt, dass sie sich reproduziert und aufeinander aufbaut. Das ist auch völlig korrekt (und dazu haben sich schon viele zu Wort gemeldet). Jedoch ist es nicht der einzige Grund, weshalb das derzeitige Urheberrecht schädlich für unsere Gesellschaft ist.
Viele Probleme entstehen nämlich nicht wegen der immer längerwerdenden Schutzfristen, die längst nicht mehr dem Prinzip der Verhältnismäßigkeit entsprechen, sondern weil das Urheberrecht sich schlicht nicht mehr durchsetzen bzw. organisieren lässt.

Statute of Anne

for the Encouragement of Learning

Spitzerfindigkeiten

Manfred Spitzer bringt mit seinem Buch „Digitale DemenzWirbel in unsere schöne neue Computerwelt. Letzten Sonntag saß er bei Günther Jauch. Ich finde es faszinierend, wie Spitzer es hinkriegt, so nah dran an einer wichtigen Erkenntnis zu sein und gleichzeitig so daneben liegen kann.

Da ich mich mit digitaler Mündigkeit und Technikpaternalismus beschäftige, triggert Spitzer mich natürlich besonders an. Ich betone oft, dass wir uns genau überlegen müssen, wie wir die digitale Technik gestalten wollen. Natürlich müssen wir uns überlegen, welche unerwünschten Konsequenzen unser Fortschritt hat, wie wir diese vermeiden können, oder ob und unter welchen Bedingungen wir damit leben können.

Die Frage, die Spitzer eigentlich stellen müsste lautet:

Wie müssen wir unsere Technik gestalten, damit sie uns nicht dumm macht?

Oder unmündig, wie ich anfügen möchte. Leider war die Sendung von Herrn Jauch recht unerquicklich und blieb sehr oberflächlich.

Ich kann mir den Seitenhieb nicht verkneifen, dass ich die Darstellung der Geschlechterrollen unmöglich fand: Die einzige Frau auf dem Panel war natürlich internetkritisch und die Gefahren für Kinder wurden nur in Bezug auf Jungs diskutiert. Natürlich! Vielen Dank! Das wird Mädchen ganz sicher inspirieren, sich nicht digital abhängen zu lassen m(