SMV – Delegationen ermöglichen, Superdelegierte durch digitale Mündigkeit vermeiden.

Die Piratenpartei diskutiert gerade auf ihrem Parteitag in Neumarkt die Einführung einer digitalen ständigen Mitgliedervertretung. Dies soll der erste Schritt sein, aus den vielen schon bestehenden Verfahren zur Onlinemeinungsbildung eine Plattform zu entwickeln, die bindende Entscheidungen treffen kann. Das Thema wird stark diskutiert und es gibt auf beiden Seiten viele wirklich gute Argumente.

Eines möchte ich herauspicken, um zu zeigen, dass sich Probleme auch anders lösen lassen: Die Frage nach Delegationen.

Der Sonntagsspaziergang von Carl Spitzweg

Hier war das delegieren noch einfacher.

Die bisherig stark genutzte Beteiligungsplattform „Liquid Feedback“ verfügt über die Möglichkeit, die eigene Stimme zu delegieren. Dadurch entstand in der Vergangenheit das Problem, dass sogenannte „Superdelegierte“ entstanden, also solche Menschen, die mit ihrer Entscheidung den Ausgang der gesamten Abstimmung beeinflussen konnten. Das wird zu Recht kritisiert.

Doch dieses Problem ließe sich einfach lösen, ohne Delegationen abzuschaffen.
Ich bin nicht in der Software drinnen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es so schwer sein soll:

1. Da wo ich die Delegationen einstellen kann, muss ich sofort angezeigt kriegen, wo meine Stimme derzeit landet.

2. Ebenda brauche ich ein weiteres Feld „Superdelegierte vermeiden“. Dort kann ich selbst entscheiden, ab welcher Zahl für mich ein Superdelegierter anfängt und was geschehen soll, wenn meine Delegation bei einer so definierten Person ankommt.

South Park’s Genius Website Copyright Fail

Today I need to rant about something related to my all-time favourite TV show: South Park.

South Park is a great show, and I really appreciate that all their episodes can be watched in full on their website. I even accept that ads are shown at the beginning of each episode. They are trying out a new business model and I consider this a good thing. You have to try out stuff, even if it goes wrong.
Here’s what’s wrong with the South Park model.

Some time ago the US website for South Park was accessible from everywhere. There are nice features on it, like the SP avatar generator and a forum where fans can talk about the latest episodes. The forum is particularly interesting for non-native speakers because it’s a place to learn about all the colloquial jokes that need the kind of cultural background you just don’t acquire in other places, such as Europe.

 

This is what you get, when visiting southparkstudios.com from a german computer.

Spitzerfindigkeiten

Manfred Spitzer bringt mit seinem Buch „Digitale DemenzWirbel in unsere schöne neue Computerwelt. Letzten Sonntag saß er bei Günther Jauch. Ich finde es faszinierend, wie Spitzer es hinkriegt, so nah dran an einer wichtigen Erkenntnis zu sein und gleichzeitig so daneben liegen kann.

Da ich mich mit digitaler Mündigkeit und Technikpaternalismus beschäftige, triggert Spitzer mich natürlich besonders an. Ich betone oft, dass wir uns genau überlegen müssen, wie wir die digitale Technik gestalten wollen. Natürlich müssen wir uns überlegen, welche unerwünschten Konsequenzen unser Fortschritt hat, wie wir diese vermeiden können, oder ob und unter welchen Bedingungen wir damit leben können.

Die Frage, die Spitzer eigentlich stellen müsste lautet:

Wie müssen wir unsere Technik gestalten, damit sie uns nicht dumm macht?

Oder unmündig, wie ich anfügen möchte. Leider war die Sendung von Herrn Jauch recht unerquicklich und blieb sehr oberflächlich.

Ich kann mir den Seitenhieb nicht verkneifen, dass ich die Darstellung der Geschlechterrollen unmöglich fand: Die einzige Frau auf dem Panel war natürlich internetkritisch und die Gefahren für Kinder wurden nur in Bezug auf Jungs diskutiert. Natürlich! Vielen Dank! Das wird Mädchen ganz sicher inspirieren, sich nicht digital abhängen zu lassen m(

Flüssige Demokratie in der Enquête? Übungsstunden in Volksvertretung.

Seit mehr als einem Jahr trifft nun die Enquete-Kommission für Internet und Digitale Gesellschaft zusammen. Wenn ich erzähle, dass ich dort als Referentin tätig bin, werden mir oft die gleichen zwei Fragen gestellt:

  • Ist das nur ein Ablenkungsmanöver, welches die wichtigen Kräfte der Netzbewegung binden soll?
  • Ist es überhaupt sinnvoll, als Externe oder Externer über das Tool Adhocracy dort mitzuarbeiten?

Die erste Frage beantworte ich gerne mit: „Es kommt darauf an, was man daraus macht.“ Ich selber habe mich entschieden, die Enquête ernst zu nehmen. Ich nehme mit Freude wahr, dass Politiker in dieser Runde sehr viel dazu lernen und auch lernwillig sind. Manche ächzen mittlerweile, weil ihnen bewusst wird, dass sie nun versuchen müssen Positionen in ihre Parteien zu tragen, die dort so gar nicht vertreten werden. Auch die Netzvertreterinnen lernen eine Menge über real existierende politische Prozesse. Es ist innerhalb des Bundestags noch nicht geklärt, wer mit welchen Methoden die besseren Ergebnisse liefert.

Eine Besonderheit dieser Enquête ist, dass sie – en passant – bereits viele Ziele erreicht hat, sogar tatsächlich einige Revolutionen im Bundestag bewirkt hat (empfehlenswerter Artikel von Wolfram Sauer).

Gesichtsverlust bei Facebook

Irgendwie ist es allen bewusst: Facebook ist nicht so ganz koscher.
Aber andererseits hat es so viele praktische Funktionen und macht es so einfach mit all den Menschen in Kontakt zu bleiben, für die ich im real live nicht genug Zeit aufbringen würde, weil sie mir nicht wichtig genug sind.
OK das war jetzt gemein. Aber Fakt ist doch, dass Facebook eine üble Datenkrake ist und mit unseren Profilen ein riesen Geschäft macht.

Viele beruhigen sich damit, dass sie ihre Privatssphäreeinstellungen ja einstellen können und dann nur noch ihre Freunde an ihre Informationen ran kommen.
Und Facebook.
Kein Problem: „Als Wohnort habe ich Bahamas angegeben“ und auch die anderen Daten werden zum scheinbaren Schutz verfälscht. Dann weiß auch Facebook nichts über mich.
Nichts?
Oh nein! Definitiv nicht nichts.
Wusstet ihr, dass Facebook oft weiß, auf welchen anderen Seiten ihr surft, während im gleichen Browser Facebook geöffnet ist? Und hat euch noch nie gewundert, dass der „like“-Button auch ohne Eingabe eines Facebook-Passwortes funktioniert? Das sind Infos, die ich zwar auch vor Facebook verbergen könnte (z.B. indem ich die entsprechenden Cookies deaktiviere etc.), aber da die meisten davon gar nicht wissen, können sie auch nichts dagegen tun. Die denken dann weiterhin, ihre falschen Angaben zu Studienfach und co würde Facebook verwirren.
Und dann gibt es da noch die ganzen Daten, die meine Freunde über mich preis geben. Indem sie Fotos hochstellen oder unbedarft oder sogar unwissentlich meine Daten bekannt geben. Sogar dann, wenn ich gar nicht bei Facebook angemeldet bin.

Neue Trendsportart: Extreme Technikpaternalisting

Ich bin gerade so schön am Hausarbeit schreiben und stoße auf eine kleine Anekdote, die ich unmöglich in einer wissenschaftlichen Arbeit unterbringen kann. Da ich aber ohnehin nach einer Gelegenheit suche, zu prokrastinieren und das gerade unbedingt loswerden möchte, muss mein Blog jetzt dran glauben.

Also: Ich stand neulich (eigentlich ist es schon einige Zeit her, was man an den gleichbeschriebenen Wetterzuständen erkennt), nämlich während der kurzen aber heftigen Hitzeperiode, die uns dieser Sommer beschert hat, in einer total überfüllten Regionalbahn auf dem Weg nach Hause.

(Jetzt kann ich mir einen kleinen Seitenhieb gegen die Bahn nicht verkneifen: Das Problem mit den ausgefallenen Klimaanlagen gibt es nämlich in den Regionalzügen ganz besonders doll. Zum Glück kann man dort aber noch bei einigen Bahnen die Fenster etwas öffnen. Was aber bei Überfüllung nicht viel hilft. Durch eine unverifizierte Quelle habe ich mal gehört, dass die Klimaanlagen halt die ganze Zeit versuchen, die angestrebten 19 Grad zu erreichen und sich dabei im Hochsommer halt einfach total überfordern. Aber anstatt den Klimaanlagen dann realistischere 28 Grad als Ziel anzubieten, die bei 40 Grad ja immer noch eine enorme Verbesserung darstellen würden, müssen die Dinger halt so lange böllern um die utopistischen 19 Grad zu erreichen, bis sie die Grätsche machen und man sich über unerträgliche 50 Grad und mehr freuen darf.)