Zeit für Freiheit: Tu was gegen Überwachung!

Du fragst dich, was man gegen die zunehmende Überwachung tun kann? Wir haben da was für dich. Nimm dir #ZeitfürFreiheit!

„Aufstehen statt Aussitzen“ ist das Motto der diesjährigen Demo „Freiheit statt Angst“ (FsA). Diese Botschaft ist nicht nur an die Bundesregierung gerichtet. Gemeint sind alle Menschen, die erkannt haben, welche Gefahren von der Totalüberwachung ausgehen, und sich dennoch bisher nicht spürbar dagegen empören.

Ja, genau: Du bist gemeint!

Wir dürfen von unserer Regierung nicht erwarten, was wir selbst nicht zu bringen bereit sind. Deshalb müssen wir zu erst bei uns anfangen, und uns für unsere Freiheit (vom Sofa) erheben. Über die Jahre konnte das Orgateam bei der Organisation der FsA-Demos eine gewisse Routine entwickeln. Doch wir sind keine Demodienstleister und können nicht alles alleine stemmen.
Der Widerstand muss aus der Mitte der Gesellschaft kommen! Das gilt auch für die Mobilisierung: Ohne euch geht’s schlicht und ergreifend nicht. Wir brauchen eure Zeit und euren Einsatz!

Ein Tweet ist nett, aber noch lange nicht genug! Wir brauchen Menschen, die mit Plakaten und Flyern durch die Städte ziehen, die Busfahrten organisieren und andere Menschen ermuntern und motivieren, am 30. August 2014 in Berlin mit zur Demo zu kommen. Investiere deshalb bitte auch du #ZeitfürFreiheit! Unterstütze uns bei der Demoorga und Mobilisation. Suche dir aus der folgenden Liste am besten gleich mehrere Punkte aus, setze sie um und erzähle anderen davon:

Reise in den Überwachungsstaat – Indien als Widerstandsmotivator

Long time no write…(This blogpost is also available in english.)

Aber ich habe für Digitalcourage einen Beitrag zu Überwachung in Indien geschrieben, den ich hier einfach mal crossposte. Dieser Text wurde dankenswerterweise von Sebastian Lisken übersetzt und ist daher auch in Englisch verfügbar.

Bild von Johannes Mahnke (cc by sa 4.0)

Bild von Johannes Mahnke (cc by sa 4.0)

Die Männer, die am Eingang des Flughafengebäudes stehen, sehen mit ihren Maschinengewehren ungemütlich aus. Mittlerweile sind wir schon gewohnt, dass man überall den Reisepass zeigen muss, doch es stellt sich heraus, dass ihnen das nicht reicht. Nur wer ein Flugticket hat, darf das Abfertigungsgebäude betreten. Doch auf die Eventualität, dass jemand ein E-Ticket hat und dies nur digital vorliegt, sind sie nicht vorbereitet. Oder doch. Ein Mann bringt eine lange Liste mit Namen. Mehrere Meter Endlospapier beinhalten sämtliche Daten derer, die heute von diesem Flughafen abreisen werden. Wir kriegen die Liste ausgehändigt und sollen unsere Namen aus den vielen Fluggastinformationen herausfinden. Erst danach dürfen wir den Flughafen betreten. Mitsamt der Liste. Die sollen wir dem Kollegen drinnen am Schalter geben.

Freiheit statt Angst – Es geht ums Ganze.

Heute möchte ich die Menschen außerhalb meiner Blase erreichen. Da das über mein Blog nicht so gut geht, habe ich untigen Text an diese Menschen meines Umfelds geschrieben (als Brief), die ich sonst nicht so gut erreiche. Hier steht er primär, um euch zu inspirieren, auch außerhalb eurer Bubble zu werben. (Wie alle meine Texte steht auch dieser unter CC-Lizenz ;)

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich schreibe euch, weil ich Angst habe. Angst vor dem Verlust von Individualität und Freiheit. Und Angst davor, mein Urteilsvermögen zu verlieren. Seit Wochen hören wir eine Hammermeldung nach der anderen. Über die systematische Vollerfassung all unserer Kommunikationsvorgänge. Was bis vor kurzem als Verschwörungstheorie galt, ist nun traurige Gewissheit. Und wieder einmal frage ich mich, warum es niemanden zu interessieren scheint. Das Thema ist nicht so gut greifbar und verständlich, doch wir wissen: Wer viel über andere Menschen weiß, kann sie manipulieren und kontrollieren.
Seit ich nicht mehr weiß, was ich denken soll, erwische ich mich immer häufiger dabei, meine eigenen Verschwörungstheorien zu spinnen. Plötzlich begegnet mir überall der Verdacht, dass auch dort manipuliert wurde und dass ich auch hier nur an der Nase herum geführt werde. Und je mehr Nachrichten von unmöglichsten Rechtsverstößen ans Licht kommen, umso glaubwürdiger werden diese Befürchtungen für mich. Nein, ich leide nicht unter Verfolgungswahn. Ich werde tatsächlich verfolgt. All meine Handlungen im Internet werden von einer nicht fassbaren Instanz verfolgt. Aber mehr weiß ich nicht. Während diese nicht greifbaren Personen alles über mich erfahren, werde ich im absoluten Unwissen gehalten.
Genau deshalb ist Überwachung so gefährlich für die Demokratie. Wie sollen wir noch “Souverän” sein, wenn wir nicht mehr wissen, worauf wir uns verlassen können?
Überwachung macht uns krank im Kopf. Die uneinschätzbare Kontrolle macht uns kaputt. Was wir jetzt erleben, ist nur der Anfang.

Gesichtsverlust bei Facebook

Irgendwie ist es allen bewusst: Facebook ist nicht so ganz koscher.
Aber andererseits hat es so viele praktische Funktionen und macht es so einfach mit all den Menschen in Kontakt zu bleiben, für die ich im real live nicht genug Zeit aufbringen würde, weil sie mir nicht wichtig genug sind.
OK das war jetzt gemein. Aber Fakt ist doch, dass Facebook eine üble Datenkrake ist und mit unseren Profilen ein riesen Geschäft macht.

Viele beruhigen sich damit, dass sie ihre Privatssphäreeinstellungen ja einstellen können und dann nur noch ihre Freunde an ihre Informationen ran kommen.
Und Facebook.
Kein Problem: “Als Wohnort habe ich Bahamas angegeben” und auch die anderen Daten werden zum scheinbaren Schutz verfälscht. Dann weiß auch Facebook nichts über mich.
Nichts?
Oh nein! Definitiv nicht nichts.
Wusstet ihr, dass Facebook oft weiß, auf welchen anderen Seiten ihr surft, während im gleichen Browser Facebook geöffnet ist? Und hat euch noch nie gewundert, dass der “like”-Button auch ohne Eingabe eines Facebook-Passwortes funktioniert? Das sind Infos, die ich zwar auch vor Facebook verbergen könnte (z.B. indem ich die entsprechenden Cookies deaktiviere etc.), aber da die meisten davon gar nicht wissen, können sie auch nichts dagegen tun. Die denken dann weiterhin, ihre falschen Angaben zu Studienfach und co würde Facebook verwirren.
Und dann gibt es da noch die ganzen Daten, die meine Freunde über mich preis geben. Indem sie Fotos hochstellen oder unbedarft oder sogar unwissentlich meine Daten bekannt geben. Sogar dann, wenn ich gar nicht bei Facebook angemeldet bin.

Video: Freiheit-Statt-Angst-Aufruf

Für die diesjährige Freiheit-Statt-Angst-Demo habe ich das Promovideo geschnitten und zusammen mit Daniel Neun produziert. Bitte nicht zu viel von der Qualität erwarten – eine Cutterin ist immer nur so gut, wie das Material, was sie zur Verfügung hat..

Wer für das Video flattrn will, kann das tun, indem sier den Button aus diesem Beitrag bemüht.

Vielen Dank für die viele Unterstützung von allen Unterstützenden.

Und nicht vergessen, am 11.September 2010 auf die Demo zu kommen! (13:00 Uhr, Potsdamer Platz)