Scheinbar banal, nie egal: Versteckter Sexismus

Ich habe heute zum ersten Mal jemanden auf Twitter geblockt. Und das wegen ein paar harmloser Tweets, die nun wirklich nicht besonders schlimm waren. Da habe ich schon wesentlich schlimmere Sachen über Twitter an den Kopf geworfen bekommen. Warum blocke ich also ausgerechnet diesen User? Gerade sind wir in Kleinbloggersdorf ja alle ziemlich durch die Brüderlegeschichte, den Sexismusartikel über die Piraten im Spiegel und die ganze Aufschreierei ziemlich aufgewirbelt. Ich begrüße das sehr, weil endlich mal wieder etwas auch von den „großen Medien“ thematisiert wird, was viel zu oft unter den Teppich gekehrt wird. Doch leider wühlt es eben auch die Gemüter auf und so steigt erstens die Wahrscheinlichkeit, dass man sich etwas Ekliges anhören muss und damit zweitens die Empfindlichkeit im Umgang mit eben solchen Kommentaren.

Mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten mit solchen Kommentaren umzugehen. Doch eine Frage hält sich dabei hartnäckig: Was war da dran jetzt sexistisch? Viele Männer werden unsicher, was sie nicht mehr tun dürfen und ich habe dafür sogar Verständnis. Denn das wogegen wir uns heute in unseren Breitengraden wehren müssen ist selten offener Sexismus. Es ist auch keine Frauenfeindlichkeit. Es ist Androzentrismus. Es ist unbewusster Sexismus. Und der zeichnet sich genau dadurch aus, dass man eben nicht so einfach mit dem Finger darauf zeigen kann und sagen: „Das ist das Problem“. Und vor allem lässt es sich nicht in 140 Zeichen erklären.

Spitzerfindigkeiten

Manfred Spitzer bringt mit seinem Buch „Digitale DemenzWirbel in unsere schöne neue Computerwelt. Letzten Sonntag saß er bei Günther Jauch. Ich finde es faszinierend, wie Spitzer es hinkriegt, so nah dran an einer wichtigen Erkenntnis zu sein und gleichzeitig so daneben liegen kann.

Da ich mich mit digitaler Mündigkeit und Technikpaternalismus beschäftige, triggert Spitzer mich natürlich besonders an. Ich betone oft, dass wir uns genau überlegen müssen, wie wir die digitale Technik gestalten wollen. Natürlich müssen wir uns überlegen, welche unerwünschten Konsequenzen unser Fortschritt hat, wie wir diese vermeiden können, oder ob und unter welchen Bedingungen wir damit leben können.

Die Frage, die Spitzer eigentlich stellen müsste lautet:

Wie müssen wir unsere Technik gestalten, damit sie uns nicht dumm macht?

Oder unmündig, wie ich anfügen möchte. Leider war die Sendung von Herrn Jauch recht unerquicklich und blieb sehr oberflächlich.

Ich kann mir den Seitenhieb nicht verkneifen, dass ich die Darstellung der Geschlechterrollen unmöglich fand: Die einzige Frau auf dem Panel war natürlich internetkritisch und die Gefahren für Kinder wurden nur in Bezug auf Jungs diskutiert. Natürlich! Vielen Dank! Das wird Mädchen ganz sicher inspirieren, sich nicht digital abhängen zu lassen m(

Meine neue Leidenschaft: Froschtituierten-Witze

So langsam kann ich wieder etwas besser tippen und so kehre ich endlich zurück in die digitale Welt. Ist schon erschreckend, wie einen der Verlust der Schreibfähigkeit aus dieser Welt ausschließt.

Wiedemauchsei: Ich melde mich hiermit zurück, bitte jedoch um Verständnis, dass ich mich auch weiterhin schriftlich noch etwas zurück halten muss.
… es gibt ja auch noch eine Magisterarbeit, die endlich fertig werden will.

Zur Feier, dass ich wieder schreiben kann (aber unter dem Wissen, dass ich mich nach wie vor zurückhalten sollte) hier mal was kürzeres, völlig political-incorrectes, das mir aber die Leidenszeiten versüßt hat:

Ich habe eine neue Leidenschaft.

Es fing damit an, dass mir neulich einer einen Witz erzählt hat.

Der geht so:
Was ist grün und steht am Straßenrand?
Na?
Kommt ihr nie drauf: Eine Froschtituierte.

Aus diesem mehr oder weniger mäßigen Witz stieß sich eine Welle los, von Witzen, die dieses Konzept aufgreifen. Ich nenne sie in Anlehnung an den ersten Witz dieser Sorte, der mir zu Ohren kam „Froschtituierten-Witze“.

Da ist zunächst die Frage:
Was ist blau und steht am Straßenrand?
Ganz klar! Eine Frosttituierte.

Und was ist gelb und steht am Straßenrand?
Die Postituierte.