Liebesbrief an den SMPlayer

I love Free Software!

Heute ist ja Valentinstag und den möchte ich mal nutzen, euch im Rahmen der I Love Free Software Kampagne der FSFE, ein Stück Software vorzustellen, ohne das ich ungerne leben würde: Der SMPlayer

Weshalb mache ich hier so platt Werbung für eine Software?
Seit dem Workshop Frauen am Netz in Berlin habe ich vor, gelegentlich ein paar hilfreiche Stücke Software vorzustellen. Auf diesem Workshop haben viele Frauen sehr viel Interesse an Infos über gute Programme geäußert und mir ist aufgefallen, dass sich viele unsicher sind, was gut ist und sich Software-Empfehlungen wünschen.
Und da habe ich mir überlegt, dass ich einfach gelegentlich mal gute Software empfehlen möchte und das eben aber in einer Sprache für „Normalsterbliche“. Und was würde sich als Auftakt für so eine Reihe besser eignen, als der „Ich liebe Freie Software Tag“ (äääh Valentinstag)? Versteht sich, dass ich keine proprietäre Software empfehlen werde.


Aber zurück zum SMPlayer:
Der SMPlayer ist die annähernd perfekte Kombination aus den Vorteilen von MPlayer und VLC-Player (=die gängigsten freien Mediaplayer. Den Windows Media Player möchte ich hier gar nicht erwähnen, da der unfrei und einen wirklich einschränkt).
Wobei er verwandschaftlich dem MPlayer näher steht, aber dennoch ein eigenes Software-Projekt ist.
Wofür das „S“ steht ist unklar, selbst die Entwickler behaupten, das nicht zu wissen. Spekulationen gehen von „Super“ über „Super Metroid“ (als Anspielung auf eine Nintendospielreihe) zu „surface“.

Wie der VLC spielt der SMPlayer nahezu alle Dateien ohne Probleme ab und hat dazu umfangreiche und sehr brauchbare Funktionen.
Er ist intuitiv bedienbar. Doppelklick wechselt zu Vollbild aber auch die Shortcuts des MPlayers (wie z.B. Vollbild durch „F“) sind weitgehend integriert. Wenn man eine Wiedergabe unterbricht merkt er sich, wo man zuletzt war und spielt beim nächsten Mal an der gleichen Stelle weiter.

Wenn ich andere Player nutzen muss, fehlen mir am meisten zwei Funktionen, die komischerweise nur MPlayer und SMPlayer haben:

  • Die Pfeiltasten: nach rechts und links springt um zehn Sekunden vor und zurück; nach oben und unten springt um zehn Minuten vor und zurück. Unglaublich, wie schnell man diese Funktion vermisst, wenn man sich einmal dran gewöhnt hat.
  • Ganz besonders toll finde ich die Untertitelfunktion. Der SMPlayer integriert die Datenbank von OpenSubtitles.org. Das ist eine Plattform, auf der ein großes Angebot an Untertiteln gesammelt wird. Diese werden von der Community produziert und sind in sehr großem Umfang und sehr schnell vorhanden. Gerade für mich, die Filme gerne im Originalton ansieht ist es großartig, immer die passenden Untertitel zur Hand zu haben. Es ist außerdem klasse, wie viele Sprachen es da zu finden gibt, was ich auch aus gesellschaftlicher Sicht prima finde, weil es Kultur auch denen zugänglich macht, die davon sonst sprachlich ausgeschlossen wären. Und das alles von der Community getragen. Das ist also ein Beispiel für ein gelungenes Community-Projekt. Und der SMPlayer bindet diese riesige Plattform ganz bequem ein: mit ein paar Klicks kann man sich zu fast allem Untertitel in diversen Sprachen dazuschalten.

Ich werde den heutigen Tag zum Anlass nehmen, meinen Dank und meine Anerkennung dem SMPlayer-Team mit einer kleinen Mail mitzuteilen.

Lieber SMPlayer und liebe Freie Software! Zum Valentinstag sende ich dir die allerherzlichsten Grüße!


Kommentare

Liebesbrief an den SMPlayer — 6 Kommentare

  1. Das Merken der Abspielposition ist für mich das besondere Feature vom SMPlayer. Eignet sich wunderbar für lange Podcasts.
    Den VLC finde ich am besten, wenn ich während des Downloads eine Datei ansehen/-hören will. Denn der VLC schaufelt die Daten nach. Wenn der SMPlayer das könnte, wäre er nahezu perfekt.

  2. Zum Valentinstag sollte es doch auch kleine Geschenke geben. Da man dem SMplayer nicht direkt spenden kann, wäre eine Spende an mplayer eine gute Idee. Die nehmen nicht nur Geld, sondern auch gerne Hardware, Software und Bücher. Entwickler brauchen auch direkte Unterstützung, nicht nur ideelle.

  3. > Auf diesem Workshop haben viele Frauen sehr viel Interesse an Infos über gute Programme geäußert

    Ist gute Software jetzt auch schon eine Genderfrage? Komische Blüten, die diese „Bewegung“ manchmal trägt.

    • @nk
      Wenn da Männer gestanden hätte, wäre es wohl keinem aufgefallen, dass nur von einem Geschlecht die Rede war. Ich möchte das nicht zur Genderfrage erheben. Ich habe es so wieder gegeben, wie es war und ich denke, es spricht nichts dagegen, Softwareempfehlungen zur Abwechslung mal so zu gestalten, dass sich ein paar mehr Frauen davon angesprochen fühlen.

  4. Bildunterschrift (BuVo Aufnahme Bingen 2010):
    „Setzen sich diese Männer für die Belange von Frauen ein?“

    Antwort:
    JA, denn sie setzen sich für die Belange von MENSCHEN ein, zu denen AFAIK auch Frauen gehören.

    ;)

    Simon

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